[Rückblick] Bildungsreise nach Malaysia

[Rückblick] Bildungsreise nach Malaysia

15 Stunden Flug und ein Zwischenstopp in Dubai haben wir, 18 Studenten aus Hamburg und Kiel, gebraucht um in Kuala Lumpur, Malaysia – also auf der anderen Seite der Erde – zu landen. Physisch gesehen hat die Reise ein wenig länger gedauert; der Jetlag und der 6 Stunden Zeitunterschied zu Hamburg waren deutlich zu spüren. „Global Leadership Training“ hieß das zwei wöchige Programm im September 2015 an der International Islamic University of Malaysia, an der wir teilnehmen sollten und schon seit Wochen sehnsüchtig darauf hin fieberten. Wie schon im letzten Jahr wurde die Bildungsreise von der Islamischen Hochschulgemeinde e.V.(IHg) in Hamburg organisiert.

Angekommen am Flughafen wurden wir von unseren zwei Betreuern, Ali und Tawfiq, dem schwülen Wetter und der Hitze begrüßt. Mit einem Bus, welcher uns zur Verfügung gestellt wurde fing dann die Fahrt zur International Islamic University of Malaysia an. Auf dem Weg zur Universität konnte man schon Einiges sehen, kleine Bungalows zwischen den Wäldern und riesige Gebäuden zwischen den Wolken, kontrovers und anders. Überrascht wurden wir mit einem riesigen Universitätsgelände mit verschiedenen Fakultäten und Wohnvierteln, ausgestattet mit einer großen Zentralmoschee, mehreren Masjids, diversen Mensen, Cafes, Shops und vielem mehr. Egal was man braucht, auf dem Campus wird man fündig und vor allem: hier fühlt man sich wohl.

Menschen aus aller Welt haben sich hier zusammengefunden mit dem Ziel zu studieren und die Universität ist voll mit freundlichen, offenen Gesichtern. Zudem werden wir mit ihrer Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit überrascht; als eine Reisegefährtin ihr Handy verliert, findet eine Studentin diese und wartet 40 Minuten lang darauf, dass wir es abholen, während wir versuchen den von ihr beschriebenen Ort zu finden. Kaum vorstellbar in Europa.
Dieses Szenario wiederholte sich dann hin und wieder, nur diesmal als verlorenes Portemonnaie (einmal sogar mit Pass); einmal in Langkawi, einer wunderschönen Insel auf der wir unser zweites Wochenende verbringen und ein anderes Mal im indischen Viertel von Kuala Lumpur. Und siehe da, bei beiden Fällen bekamen wir die Geldbeutel unverändert zurück. So fiel es uns natürlich nicht schwer, die Malaien in unser Herz zu schließen.

Die Kollaboration der Kulturen

Da wir an einem Freitag ankamen, ging unser Aufenthalt am Samstag mit Sightseeing los. Die schönsten Moscheen wurden besichtigt und raubten uns den Atem. Es war interessant, die fremde Architektur der asiatischen Kultur in etwas so familiärem wie den Moscheen zu sehen. Diese Kollaboration beider Seiten machte es einzigartig und wunderschön. Und es machte uns etwas Banales ganz deutlich: Islam ist nicht nur begrenzt auf ein Land oder eine Kultur. Das erkannte man auch schnell an dem Verhalten der Malaien, sie waren offen und sehr gastfreundlich; oft fragten sie uns direkt, wo wir herkamen uns was wir hier machen würden. Direktheit und Offenheit war also gar kein Problem hier und wir waren anscheinend überall Exoten – ob an der Universität oder in der Stadt.

Als es dann abends wurde, und wir von den Vorteilen eines islamischen Landes voll und ganz profitiert hatten, wie zum Beispiel die Möglichkeit in Einkaufszentren aufgrund der Gebetsräume zu beten, ging es dann zurück zur Universität, um frisch und munter am Unterricht teilnehmen zu können.

Der Unterrichtstag

Unser Unterrichtstag begann dann um 9 Uhr mit einem Frühstück, um 10 Uhr ging der Unterricht los. Unsere Unterrichtsthemen waren breit gefächert; gelehrt wurden wir in „Islamic History and Civilization“ von Prof. Dr. Hassan Ahmed, „Islamic Philosophy“ von Prof. Dr. Ibrahim Zein, „Islamic Leadership“ von Prof. Dr. Waleed Fekry Faris und „Creative Thinking“ von Prof. Dr. Jamal Ahmed Bashier Badi.

Gekrönt wurde der Tag mit Koranrezitationsübungen bei Sheikh Asfandyar. Wichtig und interessant war, dass wir uns islamisches Wissen in verschiedenen Bereichen aneignen konnten, die wir in Deutschland nicht an irgendwelchen Institutionen hätten vorfinden können. Der Elan und der Wunsch der Professoren uns auf unserem Weg so viel wie möglich mitzugeben war deutlich zu spüren und reißte uns mit und so entstanden interessante Diskussionen, in denen wir unser Wissen und unsere Erfahrung als in Europa lebende Muslime teilen konnten. So endete unser Unterrichtstag um 20 Uhr und wir gingen zufrieden und schlauer als vorher zurück in unsere Zimmer.

Fazit ist, dass es eine erlebnisreiche Reise war, gepaart mit wertvollem Wissen und intensiven Eindrücken aus Malaysia die auf jeden Fall weiterhin stattfinden sollte.
An dieser Stelle gebührt der International Islamic University of Malaysia, insbesondere der Rektorin Frau Professor Dr. Zaleha Kamaruddin großer Dank für die tolle Gastfreundlichkeit und des intensiven Unterrichts. Ebenso verdient der Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland ein riesen Dankeschön, ohne dessen Unterstützung die Durchführung der Bildungsreise nicht möglich wäre.

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